Wer die Wettsteuer in 2026 wirklich selbst trägt

Updated Oktober 2026
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Stand: 17. Oktober 2026 – geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL), die Spielrelevanten Informationen der Anbieter sowie die Rennwett- und Lotteriegesetz-Bemessungsgrundlage.

Ein Stadion unter Flutlicht, aus großer Entfernung über eine dunkle Wiese fotografiert, am Himmel zieht Nebel auf.
Die Sportwettsteuer wird in Deutschland seit dem 1. Juli 2012 erhoben.

„Ohne Wettsteuer“ ist ein Werbeversprechen, kein Recht. In Deutschland schuldet der Anbieter die Abgabe nach §§ 16–25 Rennwett- und Lotteriegesetz (RennwLottG), nicht der Spielende. Die Bemessungsgrundlage ist 5,3 % des Spieleinsatzes netto der Steuer selbst – also rund 5,03 % dessen, was tatsächlich eingezahlt wird (5,3 / 105,3). Ob Sie etwas davon merken, entscheidet jeder Anbieter für sich: Er schlägt auf den Einsatz, kürzt die Quote, zieht am Gewinn oder trägt die Steuer stillschweigend selbst.

Dieser Vergleich nimmt die Werbeaussage auseinander. Er zeigt, welches Modell unter den zehn marktstarken Anbietern auf der GGL-Whitelist gilt, was es rechnerisch kostet, und wo der Satz „0 % Wettsteuer“ etwas anderes meint, als draufsteht.

Grundlagen der Sportwettensteuer in Deutschland

Seit dem 1. Juli 2012 wird sie erhoben. Wer organisiert oder vermittelt, schuldet sie; wer spielt, ist nach § 19 RennwLottG nicht Steuerpflichtiger. Das Finanzamt zieht beim Veranstalter ab, nicht beim Wettschein. Was auf Ihrer Seite ankommt, ist die Entscheidung des Hauses.

Ein Notizbuch mit handschriftlichen Rechnungen und ein Taschenrechner liegen auf einem Schreibtisch neben einer Tasse Kaffee im Licht des frühen Morgens.
Bei Wettarena fällt neben dem Wetteinsatz nur die gesondert ausgewiesene Steuer an (5,3 % des Spieleinsatzes inkl. Steuer).

Vier Wege, das Geld weiterzureichen, sind in der Praxis üblich:

Wetten ohne Steuerabzug ist also kein Höchstwert an Seriosität, sondern eine Marketingaussage über die Buchführung. Wie viel Euro vom Euro eines 100-€-Einsatzes beim Anbieter bleiben, hängt vom Modell ab, nicht vom Slogan.

Rechtslage und Erlaubnis nach GlüStV 2021

Seit dem 1. Juli 2021 ist der Glücksspielstaatsvertrag 2021 in Kraft. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) in Halle (Saale) erteilt die bundesweite Erlaubnis zur Veranstaltung und Vermittlung von Sportwetten im Internet (§ 9a Abs. 1 Nr. 3, § 27f Abs. 1 GlüStV) und übt die Aufsicht aus. Die Steuer ist Sache des Finanzamts, nicht der GGL.

Die offizielle Whitelist (§ 9 Abs. 8) ist der einzige Test einer Erlaubnis. Im Stand vom 02.10.2026 listet sie 30 Einträge: 27 Veranstalter mit Sportwettenerlaubnis, davon zwei zusätzlich mit Pferdewetten, sowie drei reine Pferdewettveranstalter. Jede gelistete Domain ist eine .de-Domain – aber umgekehrt beweist eine .de-Domain für sich genommen nichts. Die Erstgenehmigung läuft fünf Jahre (§ 4c Abs. 1); die Whitelist zeigt nur das Datum der Erteilung, kein Enddatum.

Nur die Domain, die unter der Sportwettenerlaubnis geführt wird, nimmt Sportwetten entgegen. Eine Slot-, Poker- oder Casinoerlaubnis derselben Holding ist eine andere Erlaubnis mit anderen Regeln.

Was angeboten werden darf: feste Quoten auf das Ergebnis eines Ereignisses oder eines Teils davon, als Einzel- und Kombiwetten (§ 21 Abs. 1), und nur Wettarten, die die GGL im Sportwettprogramm zugelassen hat (§ 21 Abs. 1, 5). Livewetten (§ 21 Abs. 4) während eines laufenden Ereignisses sind nur auf den Endstand oder auf nächste Tore, nächste Sätze und Ähnliches in Sportarten erlaubt, in denen solche Ereignisse selten sind – nächstes Tor im Fußball ja, nächster Satz im Tennis ja; nächster Punkt im Tennis oder nächster Korb im Basketball nein. Gesperrt sind Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren (GGL-Praxis: Fußball unterhalb 3. Liga zählt als amateur), manipulationsanfällige Wetten sowie Wetten auf Regelverstöße und deren Sanktionierung. Wetten auf soziale oder politische Ereignisse sind unzulässig. E-Sports zählt die GGL ausdrücklich nicht als Sportanerkennung – es gibt keine lizenzierte E-Sports-Wette in Deutschland. Virtuelle Sportwetten sind nicht etabliert; hierzu bestehen keine regulatorischen Vorgaben für das Sportwettprogramm. Auszahlungen erfolgen erst nach dem offiziellen Ereignisende. Einen gesetzlichen Einsatzhöchstbetrag pro Wette gibt es nicht.

Zur Werbung: Erlaubt ist sie nach § 5 Abs. 1 nur durch Erlaubnisinhaber. Die 6-Uhr-bis-21-Uhr-Beschränkung betrifft Slots, Onlinepoker und Online-Casinospiele – nicht Sportwetten. Für Sportwetten gilt: keine Werbung unmittelbar vor oder während der Live-Übertragung desselben Ereignisses auf demselben Kanal, keine Werbung mit aktiven Sportlerinnen und Sportlern oder Schiedsrichtern, keine Provisionen an Affiliates nach Umsatz, Einzahlung oder Einsatz (§ 5 Abs. 3, 6). Der GlüStV setzt keinen Bonus und keinen Mindestumsatz – das schreibt jeder Anbieter selbst.

Was Offshore bedeutet

Seiten ohne deutsche Erlaubnis bieten Sportwetten ohne die hiesige Steuer an, weil sie schlicht nicht in das RennwLottG-System fallen – sie sind hier auch nicht erlaubt (§ 4 Abs. 1 GlüStV). Eine Curaçao-, Anjouan- oder Malta-Lizenz hat in Deutschland keine Bedeutung. Die GGL warnt Verbraucher ausdrücklich vor illegalen Angeboten. Strafrechtlich drohen dem Veranstalter bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe (§ 284 StGB), dem Werbenden bis zu einem Jahr; die Teilnahme (§ 285 StGB) sieht bis zu sechs Monate oder Geldstrafe vor – für Spielende ist die Rechtsdurchsetzung bei Offshore-Anbietern mit hohen Risiken verbunden. Mehrere Zivilverfahren haben Anbietern ohne deutsche Erlaubnis Rückzahlung verlorener Einsätze auferlegt; die Rechtsfrage liegt seit dem Vorlagebeschluss des BGH vom 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) dem EuGH vor. Die Schlussanträge des Generalanwalts vom 19. März 2026 (Rs. C-530/24) lassen eine Rückzahlungspflicht grundsätzlich möglich erscheinen, mit Ausnahme für Zeiten, in denen Behörden zugesichert haben, die Erlaubnispflicht nicht durchzusetzen; der Ausgang solcher Verfahren bleibt für Spielende jedoch ungewiss.

Ehrliche Gegenüberstellung: Whitelisted = Rechtssicherheit, OASIS-Anbindung, LUGAS-Anbindung, insolvenzgeschützte Spielergelder, Auszahlung binnen fünf Werktagen, 1.000-€-Standardlimit. Offshore = kein deutscher Schutz, höhere Limits möglich, dafür kein Ausschlussregister und kein Beschwerdeweg.

Spielerschutz, der vom Steuerthema nicht aufgehoben wird

Werbung mit „0 % Wettsteuer“ ändert weder das Verlustrisiko noch die geltenden Schutzmechanismen. Wer auf einer Whitelist-Seite spielt, ist in das Sicherheitsnetz eingebunden, ob die Rechnung am Ende eine Steuer enthält oder nicht.

Ein Smartphone liegt mit dem Display nach unten auf einem Küchentisch, daneben stehen ein Glas Wasser und eine Armbanduhr.
Interwetten gibt in seinen AGB an, dass die Sportwettensteuer von Interwetten getragen wird; zum Ausgleich wird bei Wetten ein Quotenabschlag in Höhe von 5,3 % vorgenommen.

Volljährigkeit (§ 4 Abs. 3), ein Konto pro Anbieter mit voller Verifizierung (§ 6a), davor höchstens 72 Stunden Spiel mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlung. Einzahlungslimit (§ 6c Abs. 1): standardmäßig 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg, technisch durchgesetzt über die Limitdatei; wer wirtschaftlich leistungsfähig ist und das nachweist, kann bis zu 10.000 €, in Ausnahmen bis 30.000 € bekommen – aber nicht durch Selbsterklärung. Senkung sofort, Erhöhung frühestens nach sieben Tagen.

Paralleles Spiel ist nach § 6h verboten; die Aktivitätsdatei registriert jede Anmeldung. OASIS (§§ 8, 8a) ist das bundesweite Sperrsystem, das bei Registrierung und Login abgefragt wird. Eine Selbstaussperrung läuft mindestens drei Monate, wenn Sie selbst eine Frist nennen, sonst mindestens ein Jahr. Der Panikbutton (§ 6i Abs. 3) löst eine sofortige 24-Stunden-Sperre aus. Offshore-Sites sind an OASIS oder LUGAS nicht angeschlossen – ein weiterer, oft übersehener Punkt, der die fehlende Steuer relativiert.

Zahlungen laufen nach § 6b Abs. 4 nur über ein Konto auf eigenen Namen bei einem Geldwäschegesetz-pflichtigen Institut; anonyme Mittel – allen voran Kryptowährungen und nicht registrierte Prepaidkarten – sind auf deutschen Plattformen nicht zugelassen. Spielergelder liegen auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto; bei Kontoschließung wird der Saldo binnen fünf Werktagen ohne Gebühr ausgezahlt (§ 6b Abs. 6–7).

Welche Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, ist seine Sache. Der Wettanbieter Sportwetten.de listet Kundenkarte, PayPal, Sofortüberweisung (Trustly), Kreditkarte (Visa/Mastercard), Banküberweisung, Skrill und Aircash – alle ohne Gebühr, sofort verbucht, Mindestbetrag 10 € bei Trustly, Skrill und Aircash; Einzahlungen über Dritte sind nicht gestattet. Bei bpremium hängen Auszahlungsgebühren von der Zahlungsmethode ab; bei Banküberweisungen im SEPA-Raum fallen die regulären Inlandsgebühren der Hausbank an, auf die der Anbieter keinen Einfluss hat.

Was das in der Praxis heißt

Wer die Steuer spart und dafür auf 1.000 € Monatslimit, strenge Livewetten-Regeln und vollständige Identitätsprüfung sitzt, hat wenig gewonnen. Wer die Steuervermeidung sucht, ohne das Sicherheitsnetz zu verlieren, hat nur eine Richtung: innerhalb der Whitelist auf das Modell zu achten, das die geringste Reibung erzeugt.

Wie viel kostet ein 100-€-Einsatz auf Quote 2,00 konkret?

Die Steuer ist ein Bruchteil einer Wette; sie entscheidet darüber, was am Ende auf dem Konto ankommt. Rechenbeispiel mit gerundeten Werten: Einsatz 100 €, Quote 2,00, Einzelwette. Bruttogewinn vor Modell: 200 €, Reingewinn 100 €.

In einer einzigen Wette bewegen sich die Bandbreiten also zwischen 10 und gut 10,60 € Belastung auf einen 100-€-Reingewinn – das Modell selbst, nicht der Werbeversprechen-Text, legt fest, wo der Schnitt gemacht wird. Bei häufigem Spielen wird daraus ein Größenfaktor: Wer im Monat 1.000 € in Zehn-Euro-Schritten auf verschiedenen Plattformen wettet, kann allein aus dem Modell-Unterschied ein paar Hundert Euro Verschnitt erleiden – oder sparen, wenn er konsequent auf die steuertragenden Häuser setzt.

Vergleich: Zehn Anbieter auf der GGL-Whitelist und ihre Steuerpraxis

Die Sortierung folgt nicht der „Beste“-Eigenschaft, sondern der Beweisbarkeit: was die eigene Whitelist-Karte und die eigenen Geschäftsbedingungen über Erlaubnis und Steuerregel sagen. Alle zehn Marken führen eine Sportwettenerlaubnis der GGL; alle zehn sind deutsche Domains. Kein Eintrag bedeutet pauschal „ohne Wettsteuer“ – viele kommunizieren es schlicht nicht.

Anbieter GGL-Whitelist-Status und Erlaubnisinhaber Sportwettenerlaubnis seit
888sport Whitelist-Eintrag für 888sport; Inhaber 888 Germany Limited; Folgeerlaubnis 15.12.2022 30.06.2021
Betano Whitelist-Eintrag für Betano.de; Inhaber Betkick Sportsbetting Limited; Folgeerlaubnis 16.12.2022 19.02.2021
Tiptorro Whitelist-Eintrag für Tiptorro.de; Inhaber Torro Tec Limited; Folgeerlaubnis 27.12.2022 30.06.2021
LeoVegas Whitelist-Eintrag für Leovegas.de; Inhaber LVSports Limited 21.10.2024
AdmiralBet Whitelist-Eintrag für Admiralbet.de; Inhaber Greentube Betting Malta Limited; Folgeerlaubnisse 13.12.2022 und 29.07.2024 09.10.2020
bpremium Whitelist-Eintrag für Bpremium.de; Inhaber Ladbrokes (Deutschland) Limited; Folgeerlaubnis 21.12.2022 09.10.2020
NEO.bet Whitelist-Eintrag für NEO.bet; Inhaber Greenvest Betting Limited; Folgeerlaubnis 22.12.2022 09.10.2020
Sportingbet Whitelist-Eintrag für Sportingbet.de; Inhaber Sportingbet (Deutschland) Limited; Folgeerlaubnis 21.12.2022 09.10.2020
Sportwetten.de Whitelist-Eintrag für Sportwetten.de; Inhaber NetX Betting Limited; Folgeerlaubnis 16.12.2022 19.11.2020
bwin Whitelist-Eintrag für Bwin.de; Inhaber bwin (Deutschland) Limited; Folgeerlaubnis 23.12.2022 09.10.2020

Was die Tabelle nicht zeigt: das konkrete Steuerregime – ob Abschlag, Ausweis oder Tragung. Das steht in den AGB des jeweiligen Hauses und ist von Plattform zu Plattform verschieden. Wer ohne Umweg wissen will, was die nächste Wette kostet, muss die AGB lesen – und genau das rät der nächste Abschnitt.

Was die Tabelle Ihnen nicht erzählt

Sie ist eine Erlaubnis-Matrix, keine Empfehlung. Lizenz und Steuerregel sind zwei Paar Schuhe: Wer auf der Whitelist steht, darf überhaupt wetten – was er am Einsatz, an der Quote oder am Gewinn abzieht, hat er selbst in der Hand. Ein Blick in die AGB klärt die Frage, die hier offenbleibt.

Wann „0 % Wettsteuer“ trägt – und wann es nur Marketing ist

Wer „0 % Wettsteuer“ wirbt, sollte die Frage stellen: Werden Einsatz und Gewinn vollständig ausgezahlt – auch in der Spitze der Quotierung? Drei Tests, die in jeder Werbung angewandt werden können:

ODDSET schreibt offen, dass weder Einsatz noch Gewinn belastet werden. Winamax kombiniert das Versprechen „0 % Wettsteuer“ mit der Aussage „beste Quoten“ – Letzteres ist die Trennschärfe, an der Sie die Häuser messen müssen.

Drei weitere Modelle, die in der Werbung oft fehlen

Auf der Whitelist stehen nicht alle Häuser als „ohne Wettsteuer“ kommuniziert:

Diese Häuser zahlen sich die „Ehrenrunde“ der Steuertragung faktisch aus der Marge. Sie unterscheiden sich nur im Mechanismus – am Ende bleibt die Steuer eine Art verdeckter Kostenpunkt.

Die zehn Anbieter im Einzelblick

Alle zehn Häuser tragen eine Sportwettenerlaubnis der GGL (Stand Whitelist 02.10.2026). Die hier gegebenen Einschätzungen fußen auf den jeweiligen Geschäftsbedingungen, dem Whitelist-Eintrag und der Eigendarstellung; sie ersetzen keine Lektüre der tagesaktuellen AGB vor jeder neuen Wette.

888sport – lange Erlaubnis, keine Eigenaussage zur Steuer

Whitelist-Eintrag für 888sport; Inhaber 888 Germany Limited; Erstgenehmigung 30.06.2021, Folgeerlaubnis 15.12.2022. Die Holding (888 Holdings PLC, Gibraltar, seit 2005 an der Londoner Börse notiert ) ist eine der wenigen börsennotierten Adressen unter den Whitelist-Inhabern.

888sport legt keine prominente „0 %“-Aussage auf die Startseite. Wer das Haus nutzt, prüft die AGB auf den genauen Mechanismus. Empfehlenswert ist es für Spielende, denen Whitelist-Stand und börsennotierte Mutter wichtiger sind als ein Werbeversprechen zur Steuer.

Betano – Fußball-fokussiert, klare Erlaubnis

Whitelist-Eintrag für Betano.de; Inhaber Betkick Sportsbetting Limited, San Giljan (Malta); Erstgenehmigung 19.02.2021, Folgeerlaubnis 16.12.2022. Das Haus tritt mit Fußball-Tiefe auf und gehört zur griechischstämmigen Kaizen Gaming-Gruppe.

Wer Fußball abseits der Bundesliga sucht und den deutsch lizenzierten Rahmen nicht verlassen will, findet hier ein passendes Wettprogramm. Die Frage zur Steuer ist hauseigen zu klären.

Tiptorro – Lizenzrahmen über App und Web

Whitelist-Eintrag für Tiptorro.de; Inhaber Torro Tec Limited (Malta); Erstgenehmigung 30.06.2021, Folgeerlaubnis 27.12.2022. Die Tiptorro-App wird im App Store von der Torro Tec Limited angeboten und als „behördlich zugelassener Sportwettveranstalter unter Aufsicht der GGL“ beschrieben.

Wer ein Whitelist-Haus mit klar app-zentriertem Auftritt sucht, findet es hier. Ohne Eigenaussage zur Steuer ist die AGB-Lektüre vor jeder Wette Pflicht.

LeoVegas – junge deutsche Erlaubnis, Casino-Wurzeln

Whitelist-Eintrag für Leovegas.de; Inhaber LVSports Limited; Erstgenehmigung 21.10.2024 – die jüngste Erstgenehmigung im Vergleich. Die Marke kommt aus dem Online-Casino-Sektor und erweitert ihr deutsches Angebot um Sportwetten.

Wer ein Casino-Angebot mit angeschlossener Sportwette innerhalb der Whitelist sucht, hat hier eine plausible Adresse. Wer auf eine lange Whitelist-Historie Wert legt, schaut weiter.

AdmiralBet – früh auf der Whitelist, mehrere Folgeerlaubnisse

Whitelist-Eintrag für Admiralbet.de; Inhaber Greentube Betting Malta Limited; Erstgenehmigung 09.10.2020, Folgeerlaubnisse 13.12.2022 und 29.07.2024. Eine Besonderheit: zwei Folgeerlaubnisse deuten auf nachträgliche Erweiterungen oder Anpassungen hin.

Wer einen etablierten Whitelist-Anbieter mit österreichischer Mutter (Novomatic-Gruppe) sucht, ist hier richtig. Die Steuerregelung findet sich in den AGB.

bpremium – Whitelist plus Auszahlungs-Klarheit

Whitelist-Eintrag für Bpremium.de; Inhaber Ladbrokes (Deutschland) Limited; Erstgenehmigung 09.10.2020, Folgeerlaubnis 21.12.2022. bpremium gehört zum britisch geprägten, mittlerweile von Entain geführten Konzern.

Für die Auszahlungsseite ist die Information des Hauses konkret: Gebühren hängen von der Zahlungsmethode ab; bei Banküberweisung im SEPA-Raum fallen die regulären Inlandsgebühren der Hausbank an, auf die der Anbieter keinen Einfluss hat. Wer mit Banküberweisung auszahlt, kalkuliert damit passgenau.

NEO.bet – Eigentlich vom Sportler, Whitelist seit 2020

Whitelist-Eintrag für NEO.bet; Inhaber Greenvest Betting Limited; Erstgenehmigung 09.10.2020, Folgeerlaubnis 22.12.2022. NEO.bet tritt als „von Sportlern für Sportler“ auf und betreibt eine schmale, aber funktionale Plattform.

Wer ein Whitelist-Haus mit klar abgegrenztem Wettangebot ohne Casino-Ballast sucht, findet hier ein passendes Bild. Die Steuerregelung ist in den AGB zu prüfen.

Sportingbet – Erlaubnis ja, eigene Steuerregel

Whitelist-Eintrag für Sportingbet.de; Inhaber Sportingbet (Deutschland) Limited; Erstgenehmigung 09.10.2020, Folgeerlaubnis 21.12.2022. Das Haus gehört zur GVC-Gruppe (heute Entain), dem Mutterkonzern auch von bwin.

Über die Steuer macht Sportingbet klare Angaben: 5 % des Wetteinsatzes nach § 17 RennwLottG; bei gewonnenen Wetten werden 5 % vom Bruttogewinn (Einsatz × Quote) einbehalten. Das ist ein konkretes Modell – Belastung am Ende, nicht am Anfang.

Sportwetten.de – Liste der Zahlungsmethoden als Plus

Whitelist-Eintrag für Sportwetten.de; Inhaber NetX Betting Limited; Erstgenehmigung 19.11.2020, Folgeerlaubnis 16.12.2022. Die Seite tritt werblich mit dem Versprechen auf, ohne Steuerabzug auszuzahlen.

Zahlungsmethoden sind hier transparent aufgelistet: Kundenkarte, PayPal, Sofortüberweisung (Trustly), Kreditkarte (Visa/Mastercard), Banküberweisung, Skrill und Aircash – alle ohne Gebühr, sofort verbucht; Mindestbetrag 10,00 € bei Trustly, Skrill und Aircash; Dritteinzahlungen sind nicht gestattet. Wer mit PayPal oder Sofortüberweisung einzahlt, deckt das sehr typische Szenario ab.

bwin – Konzern-Schwergewicht, Whitelist seit 2020

Whitelist-Eintrag für Bwin.de; Inhaber bwin (Deutschland) Limited; Erstgenehmigung 09.10.2020, Folgeerlaubnis 23.12.2022. bwin ist Teil der Entain-Gruppe und eines der umsatzstärksten Häuser am Markt.

Für die meisten Spielenden reicht die Whitelist-Information hier als Filter. Über das genaue Steuerregime schweigt der Whitelist-Eintrag; die AGB sind die einzige seriöse Quelle.

Wo das Werbeversprechen bricht

Drei Stellen, an denen die Aussage „ohne Wettsteuer“ oft nicht hält, was sie verspricht:

In allen drei Fällen entscheidet die AGB-Formulierung – nicht das Werbeversprechen auf der Startseite.

Werbeaussagen lesen: Eine Mini-Anleitung

Eine Werbebotschaft hält, was ihr Inhalt trägt. Vier Fragen, die das Werbeversprechen operationalisieren:

Eine seriöse Antwort vom Anbieter gibt es auf alle vier Fragen – oder es ist der falsche Anbieter.

Datenstand und Quellen dieses Vergleichs

Geprüfte Quellen: die Whitelist der GGL im Stand vom 02.10.2026, die Spielrelevanten Informationen der einzelnen Anbieter (Interwetten AGB Abschnitt G.8, Sportingbet Wettregeln, Wettarena spielrelevante Informationen, ODDSET- und Winamax-Eigenaussagen, die Liste der Zahlungsmethoden bei Sportwetten.de, bpremium-Hilfe zu Auszahlungsgebühren, AdmiralBet- und LeoVegas-Whitelist-Eintrag), die Statistiken des Statistischen Bundesamtes zur Steuerentwicklung sowie das EuGH-Vorlageverfahren Rs. C-530/24 in seinen Eckpunkten.

Eine ausführliche Erklärung der Einnahmen 2023: 409 Millionen Euro Sportwettensteuer, ein Minus von 5,2 % gegenüber dem Vorjahr; 2013 waren es noch 189 Millionen Euro – ein Plus von 116,8 % binnen zehn Jahren. Zusammen mit Lotteriesteuer (1,77 Milliarden Euro) und übrigen Spielsteuern ergeben sich rund 2,48 Milliarden Euro an Glücksspielsteuern 2023, ein Minus von 3,6 % gegenüber dem Vorjahr.

Wer noch eines dieser Dokumente selbst öffnen will, sollte das Datum der Veröffentlichung prüfen – die Whitelist wird fortlaufend aktualisiert, und eine veraltete Liste sagt nichts über den heutigen Stand.

Häufige Fragen zur Wettsteuer

Wie hoch ist die Sportwettensteuer in Deutschland, und auf welche Bezugsgröße wird sie berechnet?

Die Steuer nach §§ 16–25 Rennwett- und Lotteriegesetz beträgt 5,3 % des Spieleinsatzes netto der Steuer selbst. Auf das, was Sie einzahlen, wirkt das wie rund 5,03 % (5,3 / 105,3). Berechnungsbasis ist also nicht der Bruttoeinsatz, sondern der Einsatz abzüglich der Steuer – und genau deshalb liegt der Satz effektiv leicht unter 5,3 %.

Wer schuldet die Sportwettensteuer – der Anbieter oder die Spielenden?

Der Anbieter. § 19 RennwLottG zieht den Steuerschuldner beim Veranstalter. Deshalb kann ein Anbieter die Steuer auch tragen oder verlagern, ohne dass Sie Steuerschuldner werden. Sie spüren sie nur, wenn er sie auf Einsatz, Quote oder Gewinn umlegt – eine Werbung mit „0 % Wettsteuer“ macht Sie nicht zum Anspruchsberechtigten, sondern schlicht zum unbeteiligten Beobachter.

Was bedeutet Werbung mit „0 % Wettsteuer“ für Quote und Auszahlung?

Wer „0 %“ wirbt, muss die Frage beantworten, ob Einsatz und Gewinn vollständig ausgezahlt werden – und zwar auch bei besonders hoher Quotierung. Wenn die Quoten unter dem Marktdurchschnitt liegen, kann der Anbieter die Steuer über die Marge tragen, ohne dass die Werbung falsch wäre. ODDSET schreibt das offen; Winamax verbindet das Versprechen mit „besten Quoten“.

Wie wird ein Gewinn berechnet, wenn der Anbieter einen Quotenabschlag von 5,3 % vornimmt?

Bei einem Einsatz von 100 € und einer Ausgangsquote von 2,00 sinkt die effektive Quote um 5,3 % auf rund 1,894. Der Bruttogewinn beträgt damit etwa 189,40 €; vom Einsatz wird in diesem Modell nichts abgezogen. Der Reingewinnunterschied gegenüber einer ungekürzten Auszahlung liegt bei gut 10,60 € auf einen 100-€-Einsatz – das ist die Bandbreite für eine Einzelwette auf Mittelwettquote.

Warum bieten Seiten ohne deutsche Erlaubnis Wetten ohne Steuer an, und was fehlt dort?

Weil die RennwLottG-Pflicht nur für deutsche Veranstalter und Vermittler greift – eine Curaçao-, Anjouan- oder Malta-Lizenz hat in Deutschland keine Bedeutung. Was dort fehlt: kein Anschluss an OASIS oder LUGAS, kein deutsches Beschwerdeverfahren, keine insolvenzgeschützten Spielergelder und keine Auszahlung binnen fünf Werktagen. Die GGL warnt vor illegalen Angeboten, und die deutsche Justiz hat in mehreren Verfahren Rückzahlungen zugesprochen – ohne dass daraus ein Anspruch wird.

Seit wann wird die Sportwettensteuer in Deutschland erhoben?

Seit dem 1. Juli 2012. Im Jahr 2023 beliefen sich die Einnahmen auf 409 Millionen Euro; das war ein Minus von 5,2 % gegenüber dem Vorjahr und ein Plus von 116,8 % gegenüber 2013. Über die zehn Jahre dazwischen hat sich das Aufkommen also stark verändert – und mit ihm die Bedeutung der Frage, wohin die Steuer fließt.

Wer schuldet – und wer trägt die Folgen?

Rechtlich schuldet der Anbieter. Praktisch trägt sie der Spielende in jedem Fall, in dem der Anbieter sie nicht still trägt – entweder über einen geringeren Gewinn oder einen höheren Aufwand. Das Versprechen „ohne Wettsteuer“ verschiebt die Last, hebt sie aber nicht auf.

Inhalt erstellt vom Team «gratiswetteninfo.com»